Fast seltsam klingt es, dass beinahe jeder von uns heutzutage zwei Leben führt. Das eine ist das ganz normale in der eigenen Wohnung, auf der Arbeitsstelle und mit Freunden, die man anfassen kann. Das andere leben aber spielt sich im Internet ab. Immer mehr soziale Netzwerke werden es heute.  Von speziellen Netzwerken wie beispielsweise XING, die besonders zum Knüpfen von Geschäftsbeziehungen genutzt werden, bis hin zu allgemeinen Netzwerken, in denen man alte und neue Freunde treffen kann, reicht die Bandbreite heute. Fast niemand kann hier behaupten, er habe nicht mindestens einen Account bei einem solchen Netzwerk oder habe es zumindest einmal ausprobiert. Der Reiz dieses virtuellen Daseins ist einfach viel zu groß. Nicht dass man sich hier besonders viel erlauben könnte, denn Freunde und Bekannte, die auch im realen Leben existieren, sollen ja keinen falschen Eindruck bekommen. Es ist vielmehr die Möglichkeit, zu jeder Tageszeit mitteilen zu können, was man gerade tut, worüber man nachdenkt und was einen beschäftigt. Ganz automatisch kann man hier auch erfahren, wie das bei den eigenen Freunden im Netzwerk so aussieht. Das befriedigt die virtuelle Neugier ganz besonders und regt dazu an, über Dinge zu diskutieren, von denen man gar nicht wusste, dass andere Menschen sich damit auch befassen. Man kann sehen, was die damalige Grundschulliebe heute so treibt, aber auch, wer auf der künftigen Arbeitsstelle so zu den Kollegen gehören wird.

Besonders was die Arbeitsstelle angeht, sollte man mit sozialen Netzwerken aber vorsichtig umgehen. Längst haben nämlich auch Arbeitgeber mitbekommen, dass sich in diesen Netzwerken besonders viel über Bewerber und Arbeitnehmer erfahren lässt. Dunkle Kapitel aus der eigenen Vergangenheit oder seltsame Vorlieben sind in solchen Netzwerken meist ganz öffentlich einsehbar, wenn man sich nicht um ausreichende Privatsphäreeinstellungen kümmert. So sollte der erste Schritt der sein, genau festzulegen, welche Personen das eigene Profil ansehen dürfen. Dies sollte im besten Fall nur der Freundeskreis sein, damit keine unberechtigten Personen Zugang zu sensiblen Informationen bekommen können. Wie dem auch sei, sollte man ohnehin keine allzu heiklen Angelegenheiten über soziale Netzwerke abwickeln, denn letztlich ist man niemals sicher, wer mitliest.

Trotz aller Gefahren und Unsicherheiten, die von sozialen Netzwerken ausgehen, sind wir Menschen heutzutage einfach darauf gepolt, uns im Internet Freundeskreise und kleine Lebenslandschaften aufzubauen. Was bei der Plattform Second Life nicht allzu gut funktioniert hat, funktioniert bei den sozialen Netzwerken umso besser. Facebook ist hier wohl der Spitzenreiter mit der größten Beliebtheit. Fraglich ist nur, ob das auch tatsächlich so bleibt, wenn das neue Netzwerk von Google, Google+, einmal final an den Start geht. Hier warten nämlich schon viele Tausend Menschen auf die Möglichkeit, endlich Einblick in dieses Netzwerk zu erhalten. Dadurch, dass Google sich aber recht bedeckt hält und nur einem ausgewählten Personenkreis Zugang verschafft, wird die ganze Sache natürlich noch ein wenig interessanter.

Es gilt nun abzuwarten, ob Google+ das neue Supernetzwerk wird, oder ob es sich um einen weiteren Flop in der Welt der sozialen Netzwerke handeln wird. Eher ist aber zu vermuten, dass Netzwerke wie WKW oder MeinVZ durch Google+ viele User verlieren werden. So könnten eines Tages Facebook und Google+ die einzigen Vertreter ihrer Art sein, jedoch riesige Nutzerzahlen auf sich vereinen.

Posted by for On November - 3 - 2011 Allgemein

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